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Pinsel

Pinsel sind Werkzeuge zum Aufnehmen und Übertragen von Farben und Lacken.

Allgemeines

Pinsel für den Feinmalbereich bestehen üblicherweise aus dem Borsten- und Haarteil (Besatz), der Fassung (Zwinge) und dem Griff (Stiel).

Aufbau eines Feinmalpinsels

.

Die Abbildung zeigt die gebräuchlichste Pinselform für das Malen, Hobby und künstlerische Anwendungen.

Links ist ein Rundpinsel, auch Aquarellpinsel genannt, dargestellt. Er wird besonders für das Auftragen flüssiger Farben verwendet.

Rechts ist ein „flacher Pinsel“, auch „Ölmalpinsel“ oder „Gussow“ genannt, dargestellt. Er wird bevorzugt zum Auftragen eher dickflüssiger bis pastoser Malmedien, z.B. bei der Ölmalerei, verwendet.

Besatz

Der Besatz ist der wichtigste, qualitätsbestimmende Teil des Pinsels. Es werden Naturhaare, Borsten, synthetische Haare und synthetische Borsten eingesetzt.

Haar hat eine individuelle Spitze:

 

Borste endet in mehreren Spitzen, der sog. „Fahne“:

 

Für Naturhaar und –borste gilt: die Qualität ist umso besser, je kälter die Herkunftsgegend ist. Naturborsten stammen vom Schwein.

Kunsthaar und -borste sind aus synthetischem Material. Die Beschaffenheit ist natürlichem Haar oder natürlicher Borste nachempfunden.

Haar und Borstenarten

Besatz

Elas­tizität,

Kraft

Spitze

Farb­auf­nahme

Preis­level

Kolinskyhaar 1)

+++

+++

+++

+++

Rotmarderhaar

+++

++

+++

+++

Fehhaar 2)

-

+++

+++

++

Rindshaar

++

++

++

++

Ponyhaar

-

-

+++

+

Ziegenhaar

-

+

++

+

Taklon, Toray
(Synthetic I) 3)

+++

++

++

++

Nylon (Synthetic II) 3)

++

++

+

+

Weiß gebleichte Chinaborste
(z.B. Chungking) 4)

+++

+++

+

++

Chinaborste einfach

++

++

+

+

Kunstborste 5)

++

++

+

+

Erläuterung

 

+++

stark ausgeprägt

++

mittel ausgeprägt

+

wenig ausgeprägt

-

nicht ausgeprägt

1)

Kolinsky ist eine große Marderart (lat. „mustela sibirica“) mit rötlichem Pelz. Sie lebt in Nordchina und Sibirien

2)

Fehhaar ist das Haar von Eichhörnchen. Der Pelz des Eichhörnchens wird vom Kirschner als „Feh“ bezeichnet

3)

Sowohl unter „Synthetic I“ als auch „Synthetic II“ versteht man feines Nylon mit Haarstrukur
Bei “Synthetic I“ werden verschiedene Haarstärken miteinander vermischt, die Spitzen chemisch und durch Schleifen extra fein zugerichtet. Dadurch erhält man bessere Farbspeicherung und einen feineren Strich. Bei „Synthetic II“ wird Nylonhaar einer Stärke verwendet

4)

Chinaborsten stammen von chinesischen Schweinen

5)

Kunstborste wird in der Regel aus „Nylon 612“ hergestellt. Die Struktur ist einer Naturborste nachempfunden

Stiel und Zwinge

Stiel und Zwinge haben dienende Funktion. Grundsätzlich ist eine nahtlose Zwinge zu bevorzugen (Haltbarkeit, Verletzungsgefahr). Die höherwertigen Pinsel haben in der Regel einen lackierten Holzstiel.

Auswahl der Pinsel

Welche Farbe will ich verarbeiten?

a) Ist die Farbe pastos (z.B. Öl, Acryl), brauche ich einen Pinsel, der fast wie eine Spachtel wirkt, aus kräftigem Besatz (Borste, Rindshaar, Synthetik).

b) Ist die Farbe flüssig (z.B. Aquarell, Seidenmalfarbe), brauche ich einen Pinsel, der eher wie ein Schwamm wirkt, aus Haaren mit großer Farbaufnahme (z.B. Kolinsky, Rotmarder, Fehhaar).

Welche Techniken wende ich an?

Für die Arbeiten an der Staffelei verwende ich langstielige Pinsel, um „aus der Distanz“ malen zu können, z.B. bei der Ölmalerei. Für Arbeiten am Tisch werden kurzstielige Pinsel eingesetzt, z.B. bei der Aquarellmalerei.

Elastizität der Pinsel

Speziell in der Schule ist es wichtig, dass der Besatz auch nach langer Nutzung seine Form und Elastizität dauerhaft behält. Nur so ist gewährleistet, dass ein Wechsel zwischen flächigem Malen und dünnen Linien möglich ist. Die Abbildungen zeigen Beispiele für den Zustand des Besatzes sowie die möglichen Resultate bei minderwertigen (links) und hochwertigem Schulmalpinsel nach längerem Gebrauch (rechts).

 

Pinselformen und Abnwendungsbeispiele

 

 

 

 

 

 

 

 

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