Nürnberg, 13.09.2005
"Reden ist Silber, Schweigen gewollt" ?
Anmerkungen der im ISZ organisierten Anbieter von Wachsmalkreiden zum Test "Wachsmalstifte" in Öko-Test 08/2005
Ökotest wirft den Herstellern von Wachsmalkreiden vor, sie seien nicht kooperationsbereit. Dies trifft für die im ISZ organisierten Hersteller
Eberhard Faber - Faber-Castell - Lyra - Pelikan - STAEDTLER - Stockmar
nicht zu.
ISZ-Mitglieder sind kooperationsbereit!
Neben telefonischen und schriftlichen Kontakten folgten die im Test erwähnten ISZ-Mitglieder der Einladung von Ökotest zu einem gemeinsamen Gespräch. Dabei zeigten sich unterschiedliche Auffassungen im wesentlichen zu zwei Punkten:
- Angabe von Inhaltsstoffen
Ökotest verlangte von den Herstellern, die Inhaltsstoffe Ihrer Produkte zu nennen. Die Rezeptur einer Wachsmalkreide beeinflusst wesentlich deren Qualität. Dieses Wissen kann zur Wahrung des Wettbewerbs weder veröffentlicht noch an die Presse weitergegeben werden. Von den Firmen beauftragte, unabhängige und zertifizierte Testhäuser, die Geheimhaltung gewährleisten, werden dagegen selbstverständlich über die Rezepturen informiert.
Die Hersteller leisten seit Jahren aktiven Verbraucherschutz indem sie weit strengere Maßstäbe anlegen, als dies der Gesetzgeber zum Schutz des Verbrauchers aktuell verlangt. Ein Vergleich mit der gesetzlich verpflichtenden Rezepturangabe bei Kosmetika und Körperpflegeprodukten ist nicht sachgerecht. Wachsmalkreiden und anderer Malartikel für Kinder haben eine andere Funktion und sind deshalb gesetzlich nicht als Kosmetika bzw. Körperpflegemittel eingestuft.
- Testmethode zu aromatischen Aminen
Eine in einem früheren Test von Wachsmalkreiden (Ökotest 12/2003) gewählte Testmethode führte unseres Erachtens nach Rücksprache mit zahlreichen Herstellern zu nicht sachgerechten Ergebnissen.
Nach dem Gespräch mit den Herstellern hat Ökotest eine geeignetere Testmethode angewandt. Mit der veränderten Methode fand Ökotest entweder keine aromatischen Amine oder allenfalls unbedenkliche Mengen. Ökotest schreibt selbst "Die Mengen der gefährlichen Amine in den Stiften sind relativ klein, selbst wenn Kinder an den Stiften geknabbert haben, heißt das nicht das sie krank werden ..." (Ökotest 08/2005, Seite 89).
Anerkannte Testmethode notwendig!
Bisher machte Ökotest, trotz der Bitte der Hersteller, keine ausreichenden Angaben zu den angewandten Testmethoden. Auch dies trug dazu bei, dass die Ergebnisse von den Herstellern nicht nachvollzogen werden konnten. Erst in Ausgabe 08/2005 macht Ökotest nähere Angaben.
Um künftig unterschiedliche Auffassungen zu geeigneten Testmethoden zu vermeiden, sind die Hersteller an echter Transparenz durch nachvollziehbare, wissenschaftlich haltbare Testmethoden interessiert. Gemeinsam mit Forschung und Wissenschaft sollen analytische Methoden zur Bioverfügbarkeit erarbeitet werden, die sachgerecht zur Überprüfung von Malprodukten dienen. Die Hersteller sind bereit, diese korrekten, nachvollziehbaren Analysenmethoden anzuerkennen.
Anmerkungen zu weiteren Inhaltsstoffen:
1. Halogenorganische Verbindungen: Der Begriff „Halogenorganische Verbindungen“ ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von organisch-chemischen Verbindungen, die ein Halogen (griech. „Salzbildner“) im Molekül enthalten. Wie bei vielen Verbindungen gibt es auch bei den halogenorganischen Verbindungen gesundheitlich unbedenkliche und bedenkliche Stoffe. Wenn die im ISZ e.V. organisierten Hersteller von Wachsmalstiften halogenorganische Pigmente einsetzen, verwenden sie toxikologisch unbedenkliche Vertreter. Solche Substanzen sind auch in Kosmetika oder in Lebensmittelverpackungen zugelassen.
2. Schwermetalle: Die euröpäische Norm EN 71-3, die von allen Herstellern erfüllt wird, legt Grenzwerte für die Migration von Schwermetallen (z.B. Blei) fest. Diese Norm, speziell zur Sicherheit von Spielzeug, berücksichtigt, im Gegensatz zum von Ökotest verwendeten Verfahren, die Bioverfügbarkeit toxischer Schwermetalle im kindlichen Organismus.
3. Paraffine: Paraffine und mikrokristalline Wachse sind nach unserer Kenntnis Substanzen ohne toxikologisches Risiko. Sie werden z.B. auch in Lebensmitteln, Kosmetika (z.B. Lippenstifte) und Körperpflegeprodukten (z.B. Babyöle) verwendet. Trotzdem wertet Ökotest Produkte mit mehr als 10 % Anteil an Paraffinen ab.
ISZ e.V. - Spittlertorgraben 39 - 90429 Nürnberg
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